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Mein Weg zum alten Pfad

Ich habe mich auf die spirituelle Suche begeben als ich noch 13 oder 14 war. Ich habe mir 2 Bänder „Religionen der Welt“ gekauft, und am Ende war es so als ob ich mir eine Religion aus einem Katalog raussuchen wollte: Inkas und Azteken haben Menschen geopfert-nö, die Buddhisten haben viel zu viel Göttern, kann mir nicht alle merken-nö, Islam! Sehr interessant. Dann war ich in einer Moschee, habe angefangen Koran zu lesen, andere Bücher über Islam zu lesen, wollte arabisch lernen, aber meine Eltern hielten die Muslimen für Terroristen, fanden einen Kopftuch in meinem Rucksack und das war’s. Danach habe ich in einer russischen sozialen Netzwerk geschrieben "Es gibt nur einen Gott" und ein Kerl hat mir mit "Auf jeden Fall" geantwortet. Er war ein Raabi und wir waren eine Weile liiert. Mit allem, was dazu gehört: Synagoge und Sabbath, jüdischen Geschichte, Arbeit in einer privaten jüdischen Schule und Pläne für die Zukunft. Natürlich hat es nicht funktioniert. Und so war ich wieder auf der Suche. Mein Großvater ist Deutscher und wir hatten in meiner Stadt das Zentrum der deutschen Kultur „Wiedergeburt“-passt, dachte ich. Das Zentrum teilte eine Gebäude mit der evangelisch-lutherischen Kirche, und ich war auch ein Teil davon. Eine meiner Freundin erzählte mir eines Tages über irgendwelchen Midgard und Asen. Ich dachte sie wurde verrückt. Als ich nach Deutschland kam war ich wieder verloren. Ich habe 2 Jahre auf dem Land gewohnt und war jeden Tag im Wald, am See, verloren in unendlichen Feldern. Aber das mir das alles fehlen würde, habe ich erst später herausgefunden, als ich wieder in der Stadt lebte. Ich hatte einen kleinen Garten, meine kleine gezähmte Natur. Danach passierte mir viel zu viel Zufälle, an die ich nicht glaube. Ein Freund aus den USA erzählte mir was von Odin, 9 Tugenden und Yiggdrasil. Dann habe ich einen Kerl kennengelernt, der zur LARP-Community gehörte, der sich als Wikinger verkleidet hat und sah so aus, als ob käme er aus längst vergessenen Zeiten. Später habe ich eine Frau kennengelernt, ein Metallhead, die auch eine Hexe war. Ich habe Angst gehabt, war verwirrt, aber fing an mich zu belesen und mir schnell klar wurde wie viele Vorurteile wir haben, wie viel falsches Wissen in uns steckt. Es war auf einmal so, als ob ich zum ersten Mal richtig sehen konnte, als ob alle Teile des Puzzles jetzt zusammen gekommen sind: das Pentagramm war nicht das Symbol des Teufels, Santa ist bestimmt Odin, Natur ist göttlich, alle waren Heiden am Anfang der Geschichte. Ich habe angefangen die Schönheit der Natur überall zu sehen, dann kamen Mittelalter Märkte, lange Tage im Wald, überall Zeichen der Götter. Mir wurde alles kristallklar. Ich war frei. Keine Religionen. Keine Gebäude wo man hingehen muss. Keine Vermittler und Steuer. Keine ist für mich gestorben. Ich habe keine Sünden seit meiner Geburt. Ich muss nicht die ungläubigen verachten. Ich bin frei. Seitdem trage ich Mjölnir um den Hals. Als ich nach Berlin zog, habe ich auch hier die Paganen gesucht. Auf der Internetseite Paganen Wegen und Gemeinschaften habe ich von einem Ritual an den Global Stones im Tiergarten erfahren. Bisher habe ich alleine Blòts gemacht. Jetzt waren wir mindestens 20 Leute, die Fest des Frühlings feierten. Ich habe angefangen mich für die nordische Mythologie zu interessieren. Für das Bearbeiten eines Wörterbuchs habe ich von einem Verlag ein Buch mit Sagas und Mythen als Geschenk bekommen. Ich habe vom den nordischen Götter erfahren, wie alles entstanden ist, wer der Allfather ist. Jetzt habe ich verstanden was meine Freundin mir damals sagen wollte. Auf Instagram habe ich einem Geschichtslehrer aus Schweden gefolgt, der über Viking age geschrieben hat, über die Traditionen, Runen, Frauen, Feste und Kultur in Skandinavien. Er nannte sich Àsatrù. Dann waren öffentlichen Stammtische und Rituale. Neue Bekanntschaften, neue Erfahrungen. Druidenturm, keltische Mythologie. So wurde ich ein Mitglied des OBOD, Orden of Bards, Ovates and Druids. Heilung, Verbinden zur Natur, Leben als Reise, Magie in allem. Man versteht eigene Kultur tiefer durch die andere. Egal wo man hingeht, wichtig ist nicht zu vergessen, wo man herkommt. Ich habe mich gefragt, wieso nach Norden zu gehen, wenn ich nach Osten gehen kann? Die Slawen haben auch Götter, Traditionen, Symbolik, Geschichte, Tugenden. Jetzt versuche ich meine eigene Geschichte zu verstehen und bereue, dass ich das nicht früher gemacht habe, dass mich das überhaupt nicht interessiert hat. Ich bereue es, dass uns in der Schule oder zu Hause nichts davon erzählt wurde, dass die Traditionen und Bräuche nicht gepflegt wurden und dass wir uns immer noch nicht bewusst sind, dass wir das Teil der großen Geschichte sind, dass die alten Götter noch da sind, dass sie immer da waren. Ich habe einen Freund, der mit mir meine Glaube, genauer gesagt meine Lebensphilosophie teilt. Auf der langen Nacht der Religionen in Berlin haben wir einigen Mitgliedern der Àsatrù Gemeinschaft Asahood Berlin e. V. kennengelernt und so begann die Reise im Drakkar der Àsatrùar. Ich habe mich gefunden. Ich musste mich eigentlich nicht suchen, ich musste nur zurück  blicken, auf den alten Pfad zurückzukehren. Ob man in unserer Zeit an die Götter glauben kann? Natürlich! Sie sind um uns, sie sind in uns. Man fühlt sich nicht allein, wenn man die Götter hinter dem Rücken spürt. Es gibt Dinge, die man wissenschaftlich nicht erklären kann. Es gibt eine höhere Macht, die gleichzeitig kompliziert und einfach ist. Wir sind so weit gekommen, dass all die alten Geschichten wieder zu uns flüstern (Robert Duncan, Cairdeas Mor Shaoghal man Druidh). 

Elizaveta©️

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