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Berserker

Berserker

Das Wort Berserker beschreibt im Wesentlichen „Leute in Bärenfell“. Es gab allerdings nicht nur Krieger, die sich in Bärenfellen kleideten. Es gab auch die Ulfhednar, also die Leute in Wolfshemd. Scheinbar gab es auch Hunde-, Marder-, Wildschwein- und Habichtkrieger. Alle diese Leute wurden unter dem Synonym Berserker vereint. Den Grund für die Vielzahl an namensgebenden Tieren wird weiter unten diskutiert.

Was waren die Eigenschaften der Berserker?

Es gilt als eher unwahrscheinlich, dass die Berserker einfach nur herumstreifende Unruhestifter waren, die die Bauern herausforderten und ihre Töchter raubten, auch wenn dies im Einzelfall vorgekommen sein mag. Eher waren sie Elitekrieger in Gruppen von jeweils 12 Mannstärke. Es waren Krieger, die mit bloßen Füßen durch brennendes Feuer gingen, brennende Kohlen schluckten, denen Waffen keinen Schaden zufügten, die bei der geringsten Reizung in Raserei verfielen wodurch sie letztlich stärker und unüberwindlich für die Gegner wurden. Sie werden mit bleicher Gesichtsfarbe beschrieben, beißten wutentbrannt in ihre Schilder und aßen rohes Fleisch und tranken Blut. Ihre Namen beinhalten oft das Wort „Björn“ was eben Bär bedeutet. Auch häufig findet sich der Gottesname „Thor“ in ihren Namen, was auf einen Zusammenhang der Berserker mit dem Gott Thor aufzeigt. Tatsächlich wird der Gott Thor oft wütend und fährt dann in seine Asenkraft. Verstärkt wird sein Zustand durch seinen Kraftgürtel den er um seine Hüften trägt. Tatsächlich hat der Berserkerkult mehr mit dem Gott Wotan/Odin zu tun, was ich nun darstellen werde.

In der Havamal steht über Odin geschrieben: „Ein drittes weiß ich, des ich bedarf meine Feinde zu fesseln. Die Klinge stumpf ich dem Widersacher; mich verwunden nicht Waffen noch List.“ In einer Saga steht geschrieben: „Solche Macht hatte Odin, dass er in der Schlacht seine Feinde blind oder taubmachen konnte oder von Schrecken wie gelähmt und ihre Waffen schnitten dann nicht mehr wie Ruten. Aber seine eigenen Mannen gingen ohne Brünnen und sie waren stark wie Bären oder Stiere. Sie erschlugen Menschenvolk und weder Feuer noch Stahl konnte ihnen was anhaben. Man nannte dies Berserkergang.“ Dies liest sich wie einige der oben beschriebenen Eigenschaften der Berserker. Eigenschaften der Berserker, also Feuerfestigkeit, Eisenfestigkeit, Schmerzunempfindlichkeit und gesteigerte Körperkraft deuten auf Symptome oder Begleiterscheinungen der Ekstase. Wotan/Odin ist der Gott der Ekstase und der Wut. Schließlich leitet sich der Name Wotan vom Wort Wut ab. Wir können also davon ausgehen, dass es sich bei dem Berserkerkult um einen Odinskult gehandelt haben muss. Dass es ein Kult war wird dadurch unterstrichen, dass es Aufnahmebedingungen gab wie z.B. 7 Jahre das Fell des erlegten Tieres zu tragen, ausschließlich darauf zu schlafen, sowie Haare, Bart und Nägel während dieser Zeit nicht zu schneiden. Offenbar gab es auch Regeln, an die sich die Berserker zu halten hatten. Diese waren z.B. die in der Schlacht erhaltene Wunde nicht vor dem nächsten Tag zu versorgen, keine Frauen und Kinder gefangen nehmen, keine ängstlichen Worte sprechen und erst ab einer Zahl von 12 gegnerischen Männern zu fliehen. Die Zahl 12 kommt hier auch wieder vor. Berserker traten in Gruppen von 12 auf und flohen erst bei 12 Gegnern (als Einzelperson). Scheinbar ist die 12 als eine heilige Zahl, eine Zahl der Vollkommenheit hier zu verstehen.

Heutzutage gibt es Kulte in Indien, wo gewisse Leute, die sogenannten XXX in Trance bzw. Ekstase fallen und ebenfalls schmerzunempfindlich werden. Dies zeigen sie unter anderem dadurch, dass sie über glühende Kohlen gehen, Schwerter schlucken oder sich an metallenen Haken, die durch ihre Rückenhaut gezogen werden, aufhängen lassen. Diese Männer sind Anhänger Shivas. Diesen hinduistischen Gott kann man mit dem germanischen Gott Wotan gleichsetzen, was ihre ähnlichen Eigenschaften zeigen. Beide, also Wotan und Shiva sind die Herren der psychoaktiven Substanzen. Es gibt nämlich die Theorie, dass der Gebrauch des Fliegenpilzes den Berserkern die Eigenschaften verlieh in Raserei und Ekstase zu fallen. Die Symptome eines Fliegenpilzkonsums entsprechen jedoch eher nicht der Ekstase und Wut. Dennoch bleibt festzuhalten, dass vor allem der Glaube und die Erwartung die Wirkung determiniert, was bedeutet, dass die gleichen Drogen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Neuste Forschungen deuten aber eher darauf hin, dass möglicherweise der Gebrauch vom schwarzen Bilsenkraut derartige Zustände bewirken kann.

Möglicherweise gibt es aber noch eine andere Seite dieses Kults. In einer Saga steht über Odin geschrieben: „Wollte Odin seine Gestalt wechseln, dann lag sein Körper wie schlafend oder tot da, er selbst aber war ein Vogel oder ein wildes Tier, ein Fisch oder eine Schlange. Er konnte in einem Augenblick in ferne Länder fahren in seinen oder anderer Angelegenheiten.“ Vielleicht waren manche Berserker echte Zauberer, die sich in der Anderswelt mit ihrer Fylgia verbanden, ihre Gestalt annahmen und so Wissen erlangten, Schlachten beeinflussten oder Kranke heilen konnten. Es ist also gut möglich, dass die Berserker Zauberer und Krieger zugleich waren. Wenn sich also ein Tierekstasekrieger im Kampf in ein Tier verwandelte, verwandelte er sich gar nicht – im Gegenteil, er wird nach seinem Wesenskern offen dargelegt. Der Begriff der Fylgia, also der Folgegeist leitet sich einigen Sprachforschen zufolge von fulga was Haut oder Decke bedeutet ab. Jetzt wird deutlich warum es im deutschen das Sprichwort „zum aus der Haut fahren“ für wütend machende Situationen gibt!

Während den Rauhenächten zur Julzeit, so sagt man, gehen wilde Gespenster umher und wilde Tiere treiben ihr Unwesen. Gibt es hier auch einen Zusammenhang mit den Tierkriegern? Die Einherier, mit denen Wotan zu dieser Jahreszeit als wilde Jagd durch die Lande stürmt, sind eventuell eben auch die Seelen der verstorbenen Berserker. Schließlich bedeutet Einherier nichts anderes als der allein Kämpfende. Vielleicht gab es auch zu dieser Zeit rituelle Umzüge als Totenheere, die die Ahnen symbolisierten und eine solche Maskierung den Wunsch von Kraftübertragung der Ahnen auf den Maskenträger darstellen sollten.

Fassen wir also zusammen:

· Die Berserker waren ein Odinskult

· Sie waren wegen ihrer Schmerzunempfindlichkeit, ihrer tobenden Raserei und ihrer unmenschlichen Kraft die perfekten Krieger.

· Sie waren vermutlich zauberkundige Leute, die sich mit ihrer Fylgia verbinden, bzw. verschmelzen, auf Seelenreisen gehen und sich geistig in ein wildes Tier verwandeln konnten.

Was können wir heute als Asatru von den Berserkern lernen?

Wir werden uns wohl kaum bewaffnen und Streit mit anderen Menschen provozieren wollen und das ist auch richtig so. Wir müssen verstehen, dass eine Verbindung zu Wotan/Odin am authentischsten und kraftvollsten ist, wenn wir in der Lage sind uns selbst zu überwinden und in Trance oder Ekstase zu fallen. Angst und übertriebene Vorsicht sind kontraproduktiv. Es geht darum ein Krieger zu sein, alles im Leben als Herausforderung und ohne Wehklagen anzunehmen und sich selbst und die eigenen Handlungen zu hinterfragen. Tue ich etwas aus Bequemlichkeit und Angst oder tue ich die Dinge aus der Kraft und Stärke heraus selber an mir und durch mich zu wachsen? Das sind die Fragen die uns Allvater und seine Berserker vererbt haben. Wotan ist auch der Herr der Toten, also nutze das Geschenk des Lebens und vergeude es nicht!

Heil Wotan, heil euch Göttern und hehren Menschensöhnen!

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